
CMYK vs RGB: Warum unterscheiden sich die Farben im Druck von denen auf dem Monitor?
Du hast eine schöne Visitenkarte entworfen. Auf dem Bildschirm sind die Farben lebendig, neonartig, fast "leuchtend". Du holst den Druck aus der Druckerei ab und... Verwirrung. Statt saftigem Limettengrün hast du ein gedämpftes Grün, und das Himmelsblau ist ins Graue übergegangen. Hat die Druckerei einen Fehler gemacht? Nicht unbedingt. Es ist der klassische Konflikt zwischen zwei Welten: RGB und CMYK.
Zwei Farbsprachen: Licht vs. Tinte
Um dieses Problem zu verstehen, müssen wir uns einen grundlegenden Unterschied bewusst machen. Dein Monitor emittiert Licht, während Papier es reflektiert.
RGB – Die Sprache der Bildschirme (Rot, Grün, Blau)
Dein Monitor, Smartphone oder Fernseher erzeugt Bilder durch Hinzufügen von Licht. Wenn man Rot, Grün und Blau mit 100% Intensität mischt, erhält man weißes Licht. Das nennt man additive Synthese. Bildschirme können Millionen lebendiger, leuchtender Farben anzeigen, darunter helle Neonfarben, die... physisch nicht mit Standardfarben gedruckt werden können.
CMYK – Die Sprache des Drucks (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz)
Die Druckerei malt nicht mit Licht. Wir drucken mit Farben auf Papier. Hier wirkt die subtraktive Synthese – Farben absorbieren Licht. Wenn du alle CMYK-Farben mischst, erhältst du theoretisch Schwarz (in der Praxis ein dunkles Braun, deshalb fügen wir schwarze Tinte - K - hinzu). Der Farbraum von CMYK ist deutlich enger als der von RGB.
Expertentipp:
Beurteile niemals die Farben eines Projekts auf einem Handy bei voller Sonneneinstrahlung oder auf einem unkalibrierten Büromonitor. Was du siehst, ist eine "Simulation". Wenn Farbe für deine Marke entscheidend ist (z.B. im Logo), beauftrage immer einen sogenannten digitalen Proof (Probedruck), bevor du den gesamten Auftrag drucken lässt.
Warum ändern sich die Farben?
Stell dir vor, du versuchst, einen Sonnenuntergang nur mit Schulbuntstiften zu malen, während du das Original in 4K-Qualität auf einem neuen OLED-Fernseher gesehen hast. Einige Farben vom Bildschirm sind einfach "außer Reichweite" der Druckfarben. Wir nennen das Gamut.
- Dunkelblau und Violett: Verlieren oft an Tiefe und können in einen schmutzigen Ton übergehen.
- Leuchtende Orangen und Grüntöne: Verlieren im CMYK-Druck ihre "glühende" Intensität.
Wie vermeidet man eine Katastrophe? 3 Goldene Regeln
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Entwirf direkt in CMYK.
Wenn du Photoshop, Illustrator oder InDesign verwendest, stelle den Farbmodus von Anfang an auf CMYK ein. So "täuschst du das Auge nicht" mit Farben, die nicht gedruckt werden können. -
Konvertiere klug.
Wenn du ein fertiges Projekt in RGB hast, konvertiere es in ein CMYK-Profil (in Europa ist oft Coated FOGRA39 der Standard). Du wirst sehen, wie die Farben "verblassen" – du kannst sie manuell anpassen, anstatt auf Automatik zu vertrauen. -
Vertraue auf Schwarz.
Text (besonders kleiner) sollte immer 100% K (Schwarz) sein und nicht "reiches Schwarz" mit einem Mix aus anderen Farben, was bei minimalem Maschinenversatz zu verschwommenen Buchstaben führen kann.
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